Akkus – unterschätzte Brandgefahr im Privatbereich

Lithium-Ionen-Akkus sind praktische Energiespeicher – doch falsch gelagert oder entsorgt sind sie brandgefährlich.
Die TIROLER VERSICHERUNG informiert gemeinsam mit dem Tiroler Landes-Feuerwehrverband und der Entsorgungsindustrie über die Thematik.

Ob Smartphone, E-Bike oder Staubsaugerroboter – unser Alltag wird zunehmend von Geräten begleitet, die mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben werden. Doch bei falscher Lagerung oder Entsorgung werden sie immer häufiger zu einer großen Gefahr.

Brände in privaten Haushalten sind aktuell zu rund 3 % nachweislich und unmittelbar auf Akkus zurückzuführen. Die Tendenz zeigt aber deutlich nach oben – allein schon durch die stark steigende Anzahl akkubetriebener Geräte in jedem Haushalt.

„Akkubrände werden fälschlicherweise aufgrund aktueller Ereignisse zu einem alleinigen Thema der Abfallindustrie reduziert. Aber sie können und werden Privathaushalte, Industrie und Infrastruktur ebenso verstärkt beeinträchtigen. Dabei können die meisten Brände mit dem Bewusstsein für die Gefahrenquelle und einfachen Maßnahmen verhindert werden“, erklärt Franz Mair, Vorstandsvorsitzender der TIROLER VERSICHERUNG. „Auch wenn aktuell im Privatbereich noch vergleichsweise wenig passiert – das Schadenpotential ist enorm. Daher ist es wichtig, jetzt auf das Problem aufmerksam zu machen und nicht erst, wenn die latente Gefahr sich breit manifestiert.“

Brandsicher laden und lagern

Mechanische Belastungen können Akkus innerlich beschädigen – selbst dann, wenn äußerlich keine Kratzer oder Dellen zu sehen sind. Die empfindlichen Zellstrukturen im Inneren reagieren auf Druck, Stöße oder Biegung mit feinen Rissen oder Kurzschlüssen, die sich erst später in Überhitzung oder Brand äußern können. Auch extreme Temperaturen – ob Hitze im Sommerauto oder Frost im Winter – setzen Akkus zu, verkürzen ihre Lebensdauer und erhöhen das Risiko einer thermischen Reaktion. Diese wiederum führt zu einer Erhitzung des Akkus und einem möglichen Brand.

Vorstandsdirektorin Isolde Stieg empfiehlt einen bewussten Umgang mit akkubetriebenen Geräten. „Schon einfache Sicherheitsmaßnahmen können größere Schäden verhindern. Überprüfen Sie Ladegeräte und -kabel regelmäßig auf sichtbare Schäden und tauschen Sie diese bei Bedarf aus. Laden Sie Ihr Handy nicht auf brennbaren Unterlagen (z. B. einer Couch), sondern besser auf einer feuerfesten Oberfläche wie einem Keramikteller. Beschädigte Akkus bewahren Sie am besten in einer Sicherheitstasche auf und geben sie rasch im Recyclinghof ab.“

Richtige Entsorgung ist wesentlich

Besonders kritisch ist die Entsorgung – und diese beginnt daheim: Es ist im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich, Akkus – womöglich beschädigt und noch voll beladen – sorglos im Restmüll oder in unpassenden Sammelboxen zu deponieren oder in der Garage bei Hitze und Kälte zu vergessen.

So appelliert auch Entsorgungsprofi Harald Höpperger an die Bevölkerung: „Defekte bzw. beschädigte Akkus können sich sehr schnell entzünden. Das ist eine ernste Gefahr, nicht nur für Entsorgungsunternehmen, sondern für jeden einzelnen Haushalt und Gewerbebetrieb. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass defekte bzw. beschädigte Batterien und Akkus Brände in den eigenen vier Wänden auslösen können. Zudem ist die richtige Entsorgung entscheidend: Batterien und Akkus müssen immer separat gesammelt, im Recyclinghof abgegeben und vor der Entsorgung unbedingt aus den Elektrogeräten entnommen werden. Nur so lassen sich gefährliche Brandereignisse verhindern.“

Tirols Feuerwehren sind immer wieder mit Akkubränden konfrontiert – nicht nur in Recyclinganlagen, sondern zunehmend auch in Privathaushalten. Die richtige Reaktion im Brandfall kann das Schadensausmaß deutlich verringern. „Wird ein Akku heiß, beginnt zu rauchen oder zu brennen, rufen Sie sofort die Feuerwehr und trennen Sie – wenn möglich – das Gerät vom Strom. Eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher kann den Brand ersticken. Steht beides nicht zur Verfügung, verlassen Sie den Raum und schließen Sie die Tür, damit sich die Dämpfe nicht ausbreiten. In jedem Fall gilt: Berühren oder bewegen Sie den Akku nicht mehr!“, rät Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher.

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Bild: Franz Mair (TIROLER Vorstandsvorsitzender), Entsorgungsprofi Harald Höpperger, Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher und Isolde Stieg (Vorstandsdirektorin, TIROLER)
Bildnachweis: TIROLER/Raggl

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